Archiv für die Kategorie „Faust II“

12 Stunden

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Es ist nun heute schon der dritte Tag, der die volle Distanz enthält. Damit ist das Sitzen in der Bibliothek von 9-22 Uhr gemeint. Einfach um Hirn, Aufmerksamkeit und die Zeit vollends auszuquetschen und… um das eigene Zimmer möglichst arbeitsfrei zu halten.

Vor wenigen Wochen war das noch nicht möglich. Gen 17-18 Uhr war ich verbraucht, leer und müde und fand irgendwie genug Gründe nach Hause zu gehen. Heute unter der Maßgabe, dass in 2 Monaten Abgabe der Magisterarbeit ist, hab ich zwar immer noch genug Gründe nach Hause zu gehen, jedoch interssieren diese nicht mehr. Ich bin inhaltlich bei der Textanalyse endlich angelegt, Einordung, 1 Szenenabschnitt sind auch schon durch. Der zweite Teil wird das Mammutstück und soll noch vor dem Jahreswechsel begonnen werden. Worttechnisch sind wird bei gut 18000 Wörtern und knapp 60 Seiten. Ich würde sagen ohne Schluss ca. 70 %. Es bleibt aber irgendwie schwer einzuschätzen, ob die Zeit wirklich reicht und ich entspannt in die Abgabewoche gehe. Ich hoffe es. Momentan ist das irgendwie sehr schwer einzuschätzen.

Ich hatte da ja mal eine Grafik vorbereitet. So der Stand heute.

Dazu gönne ich mir einen spannenden Rhythmus. Alle 90 Minuten krieg ich ein Päuschen, aber möglichst nicht länger als 15 Minuten und dann wieder zurück an Tisch und MacBook. Trotzdem kann ich mal aufgerechnet sagen, schreibe ich nette vlt. 3 Stunden. Das finde ich unglaublich in Anbetracht der so langen Gesamtarbeitszeit pro Tag. Sicherlich… viel Recherche, Nachlesen, Suchen, Notieren etc … bestimmt knapp 4-5 Stunden. Aber wo geht der Rest (Pausen mal abgezogen) hin? Irgendwo verliere ich Zeit und ich ahne, dass das Netz dafür in gewisser Weise verantwortlich ist.

Hoffen wir auf den Flow, der uns zum Ende trägt.

(via FaustII)

herzlos=ziellos

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Manchmal kommt die Arbeit ins Stocken. Bei mir ist das oft so, wenn ich neue Kapitel oder thematisch deutlich neue Abschnitte beginnen muss. Einerseits gibt es da einen gewissen Stolz auf das Vollbrachte. Das Geschriebene liegt dann seitenweise vor mir und wenn ich nochmals beim Lesen durch die Argumentation hangele, entdecke ich den ein oder anderen Fehler, doch im Groben bin ich meist vor, dass Gewollte umgesetzt zu haben.

Doch dann kommt der neue Abschnitt. Und der ganze Bradel an Angelesenem und Gedachtem liegt irgendwie chaotisch und in Decken gehüllt vor mir. Tagelang nehme ich mir vor, es endlich beginnen zu lassen. Doch dann steht am Abend wieder nur die Überschrift, die das Unternehmen lediglich beschreibt, und der Cursor tanzt weiterhin monoton vor sich hin.

Irgendwann rafft es sich dann. Irgendwann schlägt etwas um, etwas elektrisiert und urplötzlich entstehen Wörter, Sätze, Zeilen, ja manchmal ganze Seiten und der Bann scheint gebrochen. Doch regelmäßig stecke ich in dieser lähmenden Leere. Die einzige Möglichkeit ist nur, dass es irgendwie doch ein Ziel gibt…. dass dieser nächste Abschnitt auf dieser Seite uns dann doch noch etwas Nutzvolles erzählen will.

Wenn ich diesen Gedanke nun einmal global aufsspanne und meinen Studienabschluss als einen Abschnitt betrachte, macht es mir ein wenig Angst, dass für den nächsten Abschnitt – das Postakademische – offenbar kein Ziel exisitert. Nichts konkretes. Nichts Nennenswertes. Klar… ungefähr kann ich bestimmen, dass ich nicht am Brustkasten von Vater Staat hängen will und auch nicht von Busen Mutter Natur leben will. Doch besorgt mich im Ärger der Gegenwart, das Ungewisse der Zukunft. So einfach ziellos sein, ist nicht schön.

(via FII)

Zeitmanagement

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Nachdem ich nun meinen treuen Begleiter – das Moleskine – offenbar wirklich verloren habe und somit auch ein Teil meiner Planungen dahin war, habe ich heute meinen Arbeitsplan, der für August bis Dezember 2009 den groben Punkt “Rohfassung erstellen” beinhaltete, ein wenig detaillierter ausgeführt. Things (tolle Software übrigens…) hat das mal für mich festgehalten:

Ich kann derzeit schwer einschätzen, wie ich zeitlich liege. Ansich sind dreißig Seiten ganz okay. Ich fühle aber, dass ich hinterherhinke, was dem Punkt geschuldet ist, dass doch nicht alles bis in die wichtigen Details durchdacht ist.

Ich schwanke oft, inwieweit ich Dinge – so z.B. den Wissensdiskurs, Goethes persönliches “Wissenmanagment”, die Auswahl relevanter sprachlicher Mittel, die in die Analyse einbezogen werden soll – auswähle und erwähne. Gerade an Kapitel- und Abschnittsanfängen steht die Schreibarbeit zu lange still.

Meine Hoffung ist jetzt irgendwie dieser detaillierter Arbeitsplan, der mich hoffentlich Schritt für Schritt anleiten kann, so dass insgesamt etwas Rundes und Zusammenhängendes herauskommt, das auch noch bis zum Abgabedatum im Februar fertig ist.

Zeitgeschehen

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Ich wusste, dass es auf solche Beiträge hinauslaufen wird. Auf Beiträge, die damit beginnen, dass ich mich zunächst entschuldige, solange nichts mehr von mir hören lassen zu haben. Weiterhin würde der zweite Satz damit beginnen, dass ich den aktuellen Stand, die aktuellen Verwicklungen zum Besten gebe. Nach dieser Auflistung würde dann irgendwo am Ende des kleinen Beitrags die prophetische Aussage stehen, dass ich Besserung gelobe. Obwohl ich all das jetzt nicht mache, sei es doch irgendwie implizit mit gedacht.

Wenn alles gut geht, wird das hier in Jena mein letzter Herbst sein. Somit ist es eine reine Freude, dass dieser mit einem brutalen Temperaturabsturz begann, der die obligatorische 90-Min-Zigarette zunächst zu einer Farce und dann zu einer Qual werden ließ. Zeitweise hegte ich den Gedanken noch einmal alles, was ich die Jahre so in Jena im Universitätsumfeld trieb, äußerst bewusst und intensiv wahrzunehmen. Etwas von alledem zu konservieren, dass es doch erhalten bliebe. Schließlich sagen ja auch alle, dass die Studienzeit die beste Zeit sei. Ich kam dann aber doch wieder davon ab. Denn viele der Dinge, die ich hier trieb in den letzten Jahren habe ich und werde ich niemals gern gemacht haben. Büffeln für Latein; die Leere in einem, wenn man sich fragt, wozu das alles; diese unglaublichen Menschenmassen, die sich in jeder Ecke regen; die Ahnungslosigkeit, wenn man auf einen blinkenden Cursor blickt, der einem im Takt dazu anschieben will, etwas aufzuschreiben und man sich bei jedem Tastendruck jedoch fragt: kann man das so schreiben, stimmt das, nimmt man mich ernst… ist das wissenschaftlich, ist die Formulierung okay…?

Wie also klar ersichtlich sein sollte, gehöre ich nicht zu dem Teilbereich der Akademiker, die intuitiv gefühlt einfach drauf los schreiben können und irgendwo passend ankommen. Alles wird bis zur letzten Zersetzung zerdacht, was nicht heißt, dass das Destillat dann qualitativ den Rahmen sprengt. Vielmehr verbleibt es in der Mittelmäßigkeit und der festen Überzeugung, das Interessante, das Spannende dann doch nicht klar und prägant “rübergebracht” zu haben.

Die Arbeit am Thema meiner Magisterarbeit gestaltet sich zum Teil sehr spannend, zum Teil aber auch katastrophal. Offenbar gehört diese Ambivalenz dazu. Ich habe den Einleitungsteil mit einigen qualitativen Abstürzen irgendwie hinter mich gebracht und arbeite nun gerade daran, das Konzept der Theorie in wenigen spannenden Zügen zu verschriftlichen. Immer auf dem wankelmütigen Weg nicht zu weit auszuholen, nicht zu viele Nebenaspekte zu würdigen und doch das Thema und das jeweilige Problem umfangreich genug darzulegen… ob ich dann mit dem gewählten Weg richtig lag, wird sich vermutlich (und auch dummerweise) erst am Ende herausstellen.

Ich stelle mir auch die Frage, ob ich konkrete Probleme einmal hier im Blog/Tumblr exemplarisch nachvollziehe und so vorstelle. Dabei also meinen Gedankengang mit der Meinung einiger Leser (kundig oder nicht) kollidieren lasse. Vielleicht mache ich das mal, denn irgendwie fehlt mir eine germanistischer Sparringspartner, mit dem man sich mal so ein paar Nächte um Theorie und Struktur der Arbeit prügeln kann. Denn ich bezweifle, dass mein Gutachter mit manch’ seltsamen Problem im Vorfeld konfrontiert werden sollte. Obendrein gibt er natürlich auch in diesem Semester zwei Veranstaltungen zum Thema…. Der Faust-Stoff in der europäischen Literaturgeschichte, eine nette mittwochnachmittägliche Vorlesung, und ein äußerst spannendes 8:15-Donnerstagmorgen-Hauptseminar, das Faust I+II im Lichte der neuesten literaturwissenschaftlichen Debatten präsentieren soll. Soweit so gut… bei beidem bin ich somit natürlich anwesend, bei letzterem soll ich dann auch, nachdem er mich irgendwie doch als seinen Prüfling erkannt hatte, Teile meiner Arbeit vorstellen… sogar ziemlich bald. Pessimistisch betrachtet, kann das richtig schief gehen, optimistisch wird es vielleicht die erhoffte Sparringsrunde, die mich zwischen “alles wird gut” und “es ist alles zu Ende” durch die eigene Realität und akademische Karriere als Student katapultieren wird.

Nebenbei bin ich aber gerade dabei, meinen Terminkalender zu überfüllen, 3 Seminare, 2 Mal Spocht, Liebschaft usw… es bleibt also die Frage, ob der zusätzlich Zeitdruck eine gewisse Effizienzsteigerung mit sich bringt oder dieses kleine Kartenhaus aus nicht mal mehr 4 Monaten Zeit zusammenbrechen lassen muss.

So long.

16 Seiten

Montag, 28. September 2009

Es ist jetzt Sonntagnacht Montagmorgen. 2:45 Uhr. Es ist der Tag nach der Bundestagswahl. Damn: “bürgerliche Koalition” Ich habe heute meinen Einführungsteil abgeschlossen. Ich schreibe die Einleitung stets zu Beginn der Arbeit. Das ist nicht üblich. Für mich ist es aber immer eine Roadmap, ein Zielrichtung, eine Bestimmung, an der ich mich im Verlauf der Arbeit abarbeiten kann. Natürlich wird diese Einleitung während und am Ende der Arbeit oftmals korrigiert. Es ist jetzt 16 Seiten geworden. Eigentlich schon 3-4 Seiten zu viel als ursprünglich geplant. Doch um eine Einführung, Problemstellung, den Forschungsstand, den Aufbau der Arbeit und die Methodik unterzubringen, könnte ich mir irgendwie nicht weniger Platz nehmen. Zwar habe ich stets Angst zu viel zu verraten, doch nun denke ich es ist ausreichend, es ist alles irgendwie erwähnt und wenn ich diese Seite im Laufe der Korrekturen quantitativ wie qualitativ noch etwas gestrafft bekomme, ist das vielleicht die schönste Einleitung, die ich jemals geschrieben habe… es ja definitiv auch die letzte.

Im Hintergrund jammern Sigur Rós mit Untitled 8 und versüßen mir den Schmerz, dass ich in 2 Tagen einen Schein abgeben muss, den mein Dozent mir zwar zugesagt, aber immer noch nicht ausgehändigt hat. Das Bier ist auch alle. Okay. Gut.

Gartenarbeit

Samstag, 26. September 2009

Ich denke, ich habe das im Griff. Ich habe mir vor ein paar Tagen eine Pflanze gekauft. Eigentlich hatte ich, so lange ich ein eigens Zimmer besaß, immer auch eigene Pflanzen. Meist irgendwas Stachliges, auch mal auf-meine-Pflege-verzichten-Könnendes. Ein Kaktus oder auch zwei. Ich hab diese Zimmerpflanzen, die sich auf meinen Fensterbrettern in irgendwelchen emailierten Eimern stapelten, dann auch nie gepflegt. Vielleicht weil ich keine Gießkanne hatte, vielleicht weil ich sie auch nicht kaufen wollte… die Gießkanne. Letztens musste ich über Pflanzenpflege nachdenken. Der Trugschluss ist eigentlich, dass gießen nicht ausreicht. Das Gießen sind vielleicht nur 60% der Pflanzenpflege. Es gehört offenbar auch dazu sie ab und an mal – nachdem die anderen 35 % in Form von Düngen (10%), Boden auflockern (5%) und ja… anquatschen (20%) vollführt hat – umzutopfen (5%). Denn wenn die 35% erledigt wären, dann besteht die 50%ige Chance, dass die Pflanze gewachsen und das meist mitgekaufte, kleine Becherchen viel zu klein geworden ist.

Da das aber mit dem Gießen schon nicht richtig geklappt hat und der 1 ½-Verzweiflungsliter aller 3 Wochen nicht mehr im Stande war Leben zu retten, ging ich regelmäßig dazu über, den Verfall einfach nur betrachtend mitzuverfolgen. So leben stehen nun seit gut einem Jahr zwei Pflanzen auf meinem Fensterbrett, die in ihrer Form trockenem Stroh extrem ähneln. Es ist im Prinzip nichts anderes als in häßlichen IKEA-Blumentöpfen zusammengefasstes Laub, dass mir die Bestätigung des braunen Daumens zukommen ließ.

Vor ein paar Tagen kam dann eine coffea arabica in mein Haus. Und ich denke nun ernsthaft über Gartenarbeit nach. Vermutlich kann Pflanzenpflege bei mir nur mit Nutzwert verbunden werden. Obwohl ich nicht weiß, ob die 2-3 Früchte, die diese Pflanze in den nächsten 3-5 Jahren abwerfen könnte, ausreichen, um den Beginn eines großen urbanen Kaffee-Imperiums auszumachen. Alles nur kompensatorische Scheiße. Alles. Echt!

Feststellung des Tages

Dienstag, 22. September 2009

Es gibt nichts Schöneres als das Auspacken einer frischen Bücherbestellung. Auch wenn man dann feststellen muss, dass ein Buch eine book-on-demand-Bestellung war und erst in drei Wochen geliefert werden wird.

Naja… wenigstens ist diese Lieferung dann versandkostenfrei.

True

Montag, 21. September 2009

The true mystery of the world is the visible, not the invisible.

Oscar Wilde

Buchbestellung

Montag, 21. September 2009

Vor ein paar Tagen war ich nachts stark betrunken und habe mich durch den Katalog der WBG Darmstadt geklickt. Ich ging mit der sicheren Gewissheit ins Bett, dass ich nichts bestellt hatte.

Am nächsten Morgen sah dann mein Postfach anders aus:


1.  Christoph Jamme: Einführung in die Philosophie des Mythos (24,90 Euro) (link)

symbolbild - jammeDa ein wesentlicher Aspekt meiner Magisterarbet die poetische Integration des griechischen Mythos und der Mythologie bei Goethe ist und ich an dieser Stelle noch ein recht unbelesenes Blatt bin, habe ich mir dazu offenbar eine WBG-Einführung bestellt. Gottseidank diese, die das Thema in der Neuzeit behandelt (nicht die Einführung für Antike, Mittelalter und Renaissance)Das Buch behandelt dabei – als ein Schwerpunkt – die neueren Versuche des 18. Jahrhunderts der Mythenexegese. Goethe ist auch Thema. Mal sehen.


2. Benjamin Hederich: Gründliches mythologisches Lexikon (19,90 Euro) (link)

Hederich, BenjaminDas mythologische Lexikon des 17. und 18. Jahrhunderts. Nachweislich benutzte Goethe Zeit seines Leben das 1770 erschiene Werk des wichtigen Lexikon- und Lehrbuchautor, der zahlreiche Lexika für Sprachen und anderen Themen schrieb. Bei der bestellten Ausgabe handelt es sich um einen reprodugrafischen Nachdruck des 1770-Lexikons. Preis beim Verlag war 79 Euro, ich habe es für knapp 20 Euro erstanden.


3. Wolf von Engelhardt: Goethe im Gespräch mit der Erde (19,90 Euro) (link)

Goethe im Gespräch mit der ErdeInteressant wird es bei diesem Werk. Hier zeigt sich wieder wie oft und ausführlich das Thema meiner Magisterarbeit – zumindest Teilaspekte davon – beackert wurden. Wolf von Engelhardt zeigt, “wie die Naturbeobachtungen und -forschungen des Dichters ihren Ausdruck in seinen Werken und philosophischen Betrachtungen fanden.”

Ich bin schon ziemlich gespannt, ob er meinen Ideen noch etwas hinzuzufügen hat und wie stark der Anteil des Faust II innerhalb seiner Betrachtungen sein wird. Ein Rezension des Buches konnte ich leider nirgends finden. Mit knapp 20 Euro war diese Buch aber insgesamt auch nicht allzu teuer, so dass ich es verkraften werde, wenn Thema und Inhalt dann vielleicht doch zu weit weg von meinen Vorstellungen sind.

Naja, ich staunte wirklich nicht schlecht an jenem Morgen. Das Paket dürfte mich in den nächsten Tagen erreichen.

Synonyme

Donnerstag, 17. September 2009
  • Fazit
  • Schluss
  • Zusammenfassung
  • Schlusswort
  • Resümee
  • Bilanz

Mal dumm gefragt (ja, ich habe dazu eine Position): Gibt es da einen Unterschied?