Take your time… don’t live too fast,
Troubles will come and they will pass.
Go find a woman and you’ll find love,
There is someone up above.

Ich bin immer wieder beeindruckt, was man für kleine Schlösser aufbauen kann. Vor allem in welch‘ kurzer Zeit. Vor wenigen Wochen, oder sind es doch schon Monate, saß ich frierend in einer spanischen Wohnung und schlug mich mit einem wackligen Wlan herum. Dabei verfolgte ich meine für wissenschaftliche Arbeiten so typische Schwammtaktik. Ich sog alles in mich auf, was irgendwie relevant werden könnte. Großes hatte ich vor. Zunächst vielleicht nicht ich selbst, sondern mein Mitbewohner.

Noch bevor ich meinen Universitätsabschluss überhaupt abgelegt hatte, stieß er mich beständig in den Rücken über eine Promotion nachzudenken. Ich wich immer aus. Denn im Grunde war ich davon nicht überzeugt. Ich, der sich in 14 Semestern durchs Studium gekämpft hatte, ich der an jedem noch zu kleinem Thema zu scheitern drohte, den Stoff für seine Prüfung ins Unendliche ausdehnte, nur um diesen am Ende so in- und auswendig zu können, dass das Lernen zur Qual aus einem Gemisch von Langweiligkeit und Angst wurde; ich sollte nun promovieren.

Missbilligend und stets skeptisch begab ich mich an die Aufgaben. Und begann das kleine Schloss zu bauen. Irgendwie immer mit dem Gedanken im Hintergrund, dass dieses kleine Schloss im Interesse und in der Gunst anderer landen wird. Alles lief gut. Eigene und fremde Begeisterung bestärkten. Verdammt es läuft gut. Schritt 1 geschafft, Schritt 2 geschafft, Rausch, Rausch, Schritt 3

Wenige Wochen später hat man nun eine halbschale Gewissheit, es nicht geschafft zu haben. Irgendeine Warteliste eben. Da wo schließlich alle stehen. Ich frage mich nun nicht, warum es inhaltlich, thematisch, präsentativ oder auch biographisch nicht geklappt hat. Ich stelle mir die Frage, warum ich daran kaum einen Gedanken verschwendet habe. Welch‘ Hybris trieb mich an und verklärte Blick und Urteilskraft?

Nun ist schon wieder Sommer. Menschen trennen sich, verändern sich, verlieren sich aus den Augen, essen zu viel oder zu wenig, sterben oder quälen sich durch den Alltag. Es ist schon wieder Sommer und ich bin kein Schritt weitergekommen. Keine mystisch angehauchte Erleuchtung, keine Erkenntnis, nur Stillstand und die stetig größer werdende Erkenntnis, die Lösung nicht zu kennen. Alles auf Anfang.

Dienstag gibt es Möhreneintopf.