Hier wird derzeit gearbeitet. Eigentlich wird immer gearbeitet. Nur dieses Mal direkt für die Universität. Mein Mitbewohner schreibt Hausarbeit. Ich eigentlich auch, nur derzeit muss ich wieder mal kurz etwas „fertiglayouten“ und es gilt auch noch einige Blogs zu reparieren. Beim Rundgang durch die WG viel mir jedoch ein entscheidender Unterschied auf:. Der Arbeitsplatz. Ich sitze in meinem Zimmer. Blick auf die belebte Straße, viel (derzeit extrem viel) Licht. Die Kulturarenaproben beginnen. Mein Platz ist aufgeräumt, sortiert, zweckorientiert.  Nur wesentliche Unterlagen liegen bereit. Der Rest ist vom Tisch verbannt. Aufgeräumter Tisch, aufgeräumte Gedanken… ich werde aber nicht fertig.

Mein Mitbewohner sitzt in der Küche. Ich weiß jetzt nicht genau, warum er nicht in seinem Zimmer arbeitet; vermutlich weil es derzeit leicht chaotisch ist. Außerdem befürchte ich, dass er ein Denknomade ist. Er muss für Kapitel, Absätze, ganze Arbeiten (eben alle klassischen Stufen einer geisteswissenschaftlichen Hausarbeit) die Räume oder auch die Arbeitsorte wechseln. So kann er durch die Rückkehr in alte Arbeitsräume Gedankengänge direkt wieder aufnehmen. Soweit zur Theorie. Leider hinterlässt seine Arbeitswut ein Chaos, das ihn aber auch bereits während des Arbeitsprozesses begleitet. Neben Laptop, Büchern und Zetteln türmen sich Dinge und Utensilien der restlichen Mitbewohner auf dem Küchentisch: Teller, Tassen, Reste von Nahrung, die im Status der Verzehrvorbereitung weilen usw. Überall fällt der Blick auf Dinge, Unruhe… er wird nicht fertig.

Wir haben hier somit zwei Konzepte des Arbeitens, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Chaos gegen Organisation. Und doch hängen am Schluss beide Konzepte samt der Typen, die sie verfolgen, in der Luft.