Sich nicht sicher zu sein, was man tut und mit der quälenden Frage: Ist es das Richtige?… startet wieder mal ein Sonntagmorgen. Es ist früh. Die Straßen sind noch still. Kaum ein Lachen auf den Fußwegen, kaum ein Motorengeräusch in den Asphaltschluchten. Doch in wenigen Minuten kriechen sie wieder wie kleine Ameisen aus den Häusern. Laufen die einst stillen Straßen entlang. In hübscher Kleidung, zurechtgemacht und nicht ziellos.

Kennt man die Wahrheit, wird es einsam. Wörter auf weißem Papier sind dann das einzige, an das man sich klammern kann. Nichts ist jedoch schlimmer als die Sorgen. Man sorgt sich der Konsequenzen der verlorenen Zeit, die man leichtsinnig verstreichen ließ und man dummerweise heute nicht mehr weiß, warum man das tat. Ganz innen drin tobt der Streit, ob nun alleinige Verantwortung für den desolaten Zustand vorliegt oder ob nicht die Außenwelt einen kaputtgemacht hat. Man denkt an die Menschen, denen man die Verantwortung gerne dafür zuschreiben möchte. Man hat sie lange nicht mehr lächeln gesehen. Man hat sich eigentlich lange gar nicht mehr gesehen. Einsam sind Sonntage dieser Tage. Und es scheint kein Rezept für Besserung zu geben. Bevor der Tag wirklich beginnt, sucht man nach der Substanz, die einen kreierte. Es ist morsches Holz – altes, fauliges, morsches Holz – nicht gebaut um standzuhalten, nicht wasserfest und viel zu schwer, um an der Wasserkante zu schwimmen. Jeder Schlag dagegen lässt es brechen, zerbröseln und man hält es in den Händen. Schützen kann es nicht mehr.

Sinnloser Zweckoptimismus lässt den Zeiger der Uhr jetzt weiterlaufen, Sekunde für Sekunde, Minute für Minute, Stunde um Stunde… bis es irgendwann wieder Zeit wird, in die Matrazengruft zu steigen. Schlafen, der Zustand des Wartens auf die Sorgen von Morgen.