So. Der April ist ja bekanntlich ein Monat, der dem Sommer recht nahe steht. Das Wetter und die Temperaturen können schon mal angenehm werden und man sitzt draußen bei Eis, Kaffee und Kuchen und genießt die Sonnenstrahlen. Pünktlich zu dieser Winterdeadline sind derzeit einige interessante Platten in den Plattenläden bzw. einschlägigen Musikdownloadshops aufgetaucht.

Das dritte Album von Kettcar - Sylt Das neue Kettcar-Album „Sylt“ war in der Burg des urbandesires heiß ersehnt. Nach der großen Liebe zu „du und wieviel von deinen Freunden“ und „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ schien alles möglich. Und nach einigen Durchläufen des neuen Album lässt sich festhalten: Ups, ist das düster. Heftige Melodien, verspielt und strukturell einprägsam werden mit bissig-bösen, manchmal melancholischen aber immer kritischen und nachdenklichen Texten verwoben. Kostprobe? „Eine dunkle Welt stirbt um halb zehn…
Eine dunklere Welt steigt empor“ Wow. Und so zieht und quält es sich über die volle und ganze Distanz. Sicherlich klangen bei den letzten Alben ähnliche politische Töne an, doch waren dies meist nur Zwischentöne – ein kleines Rauschen im Konzept. Jetzt sind die Töne aufgewacht und flirren die knappe Dreiviertelstunde in die Gedanken des Zuhörers. Sylt ist sehr zu empfehlen, um die Winterdepression nicht unreflektiert ausklingen zu lassen.

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The Notwist . The Devil, You + MeSolide Platten sind auch schön. Nicht jedes Werk eines Künstlers kann ein Meisterwerk sein. Außerdem sind Meisterwerke sowieso sinnlos. Wie oft habe ich das schon ausgerufen, wie oft hab ich das schon gelesen: MEISTERWERK. Was von einem Meisterwerk übrig bleibt – ich erinnere da an New End Original mit „Thriller“ oder Starsailor mit „Love Is Here„, ist nicht viel; ein bisschen Respekt vielleicht und ansonsten eine schöne Zeit. Mehr gibt eine Platte, die nicht als Meisterwerk klassifiziert wird, auch nicht. Und so kann man bei „The Devil, You + Me“ keine großen Überraschungen erwarten. Es ist ein absolut solides Electroindie-Album mit dem nötigen Schuss Pop. An manchen Stellen bricht zum immer wieder ein Orchester ein, das den Sound fülliger macht. Es ist aber wieder schön, dass Console-Gefrickel gepaart mit der melancholischen Stimme Markus Acher zu hören. Nach „Neon Golden“ eine respektable Fortsetzung.

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R.E.M. Hätte irgendjemand dieser Band noch solch ein Album zugetraut? Also ich nicht. Verglichen mit „Reveal“ oder „Around The Sound“ haben R.E.M. auf „Accelerate“ den Lärm wiedergefunden und alle Verstärker für ihre Verhältnisse wieder aufgedreht und knüpfen damit ein wenig an die „Monster“ Zeiten an, die ja nun auch schon wieder fast 15 Jahre zurückliegen. Die Musik schwingt von düster bis poppig ohne den Rock-Appeal ganz außer acht zu lassen. Textlich wieder gewohnt hohes Niveau. Ich würde sagen, das ist die R.E.M. -Platte auf die Anhänger dieser Kapelle seit Jahren warten. Und es würde mich nicht wundern, wenn im Sommer die Autos unserer Väter bei offenem Fenster die Musik abstrahlen. Wenn es so sein sollte, dann gerne…

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The Kooks - KonkEndlich die Sonne sehen. Ich hatte mal als „Inside In/Inside Out“ erschien gesagt, dass die Stimme von Luke Pritchard, dem Locken-Sänger-Wirbelkopf der Kooks, immer wie Sommer und Sonnenschein klingt. Es scheint Schicksal zu sein, dass der erste Song des neuen Kooks-Album „See The Sun“ heißt, denn dies ist auch das einzige, was mir zu dieser Platte einfällt. Sie ist nichts besonderes, keine Meilenstein, keine Experimente; sie ist einfache eine wohlige Sommerplatte, die aus einem kleinen Kofferradio plärren soll, wenn man mitten im Park mit seinen Liebsten auf einer Decke liegt und in das Blau des Himmels starrt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es auch kein Problem, dass die Songs von „Konk“ mit „Inside In/Inside Out“ austauschbar wären. Manchmal muss man im Leben ergebnisorientiert arbeiten. Eine Platte, die für den bevorstehenden Sommer vom ersten bis zum letzten Takt Sommertöne bereithält, kann sich als ein positives Ergebnis bezeichnen lassen.

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Portishead - ThirdIch habe gezittert. Ich habe wirklich wie Espenlaub gezittert. Diese Platte. Diese Band. OMG. Seit ungefähr gefühlten 100 Jahren wartet die Welt darauf und immer wieder wurde der Erscheinungstermin verschoben. Jetzt ist wird es ab 25. April zu haben sein. Die ersten Klänge, die auf diversen Internetstreams bzw. auf der Myspace-Seite der Band zu hören waren, versprechen interessante Soundreisen. Es muss ein Platte für den Sommer werden. Es muss.

portishead.co.uk | myspace

So. Und jetzt warten wir nur noch auf das neue Tomte-Album und dann kann der Sommer wirklich beginnen. Achso: Kettcar wird Album der Woche.