LeereIch kann mich für alles vieles begeistern, nur nicht länger als drei Sekunden. Das ist ein Problem. Vermutlich. Ich bin der viele-Hochzeiten-Tänzer. In meiner geistigen Ablage befinden sich so viele Projekte und Ideen, die vielleicht an anderer Stelle schon tausendmal verwirklicht wurden, auch besser, manchmal schlechter. Und trotzdem klebe ich Notiz um Notiz an mich, was ich alles tun könnte. An manchen Tagen eile ich von Baustelle zu Baustelle, richte hier etwas ein, verlege da den Boden, schließe den Bau aber nicht ab. Doch im Laufe der Zeit erkannte ich nur ein Wesensmittel, dass gewisse Dinge zu etwas Großem und Guten werden lassen kann: Nachhaltigkeit. Sich immer wieder dahinterklemmen, lernen, ausprobieren, sich selbst und das Werk kritisch überprüfen und lieber noch mal verwerfen, wenn es nicht zum richtigen Ende kommt.
Doch oft fehlt im hektischen Leben Zeit für solch‘ künstlerische Askese. Man trägt seine Steine von Ort zu Ort baut etwas auf, lässt aber nur den Rohbau stehen und ekelt sich Wochen später vor der unfertigen Ruine, die einem kläglich und vor allem leer vorkommt. Man sieht sich um und betrachtet die anderen Baustellen, an denen fleißig und beständig gearbeitet wird. Wieder eine neue Wand, schon wieder ein neuer Treppenaufgang und da eine renoviertes Zimmer, manchmal auch ein steinerner Swimming-Pool. In diesen Momenten blickt man auf sein eigenes Werk und es kommt einen so verblichen und so vollständig und schön in seiner eigenen Leere aufgegangen vor, dass ein einziger Säufzer nicht reicht, um den Unmut Ausdruck zu verleihen.

Ich werde mich von etwas trennen, ich weiß nur noch nicht von was.