Es ist eigentlich falsch und belanglos jetzt irgendwas zu schreiben. Tausende vor mir haben das hinter sich gebracht, tausende lebten die Veränderung und freundeten sich irgendwann mit der Situation an, tausende stellten sich vermutlich die gleichen Fragen und bekamen tausendmal auch keine Antworten.

Es ist ziemlich still hier. Da, wo ich jetzt bin. In den letzten Wochen spielte ich hundertfach die Situation durch, wie es wohl sein würde. So ganz allein. Ich rechnete mit allem. Geruch, Kälte und auch Einsamkeit. Nur rechnete ich nie mit Stille. Heute Nachmittag erwischte ich mich, wie ich eine Viertelstunde lang aus dem Fenster starrte in einer leblosen Wohnung. Ich blickte durch die Lücken der Fensterbrettbepflanzung, die wie aus einem alten Zeitalter zu stammen schien, hindurch auf die Straße und beobachtete die Autos wie sie hastig vorbeirauschten. Erst mit einem leisen Grollen sich näherten und dann mit stumpfen, tiefen Zischen am Fenster vorbeizogen. Mit der voranschreitenden Zeit wurden die Abstände zwischen den einzelnen Wagen immer größer bis fast gar keins mehr kam und nun letztlich auch die Straße schwieg.

Jetzt ist es Nacht und auch still. Aus dem Rechner krakeln Songs aus meiner Vergangenheit. Der Soundtrack eines vergangenen Lebens. Ein Kinofilm, der längst auf DVD erschienen ist und den keiner mehr sehen will. Ab und an rauscht nun doch wieder ein Auto am Fenster vorbei und erhellt kurz mit Lichtstrahlen den Raum dahinter. Vermutlich ist alles, was ich brauche ein bisschen Zeit, ein bisschen Zeit zu lernen und zu akzeptierten. Nur kreisen die Gedanken um ein Wir. Wir, allein, gegen den Rest der Welt, rundherum nur Stille.