Allein.

Trage mich gerade mit dem Gedanken statt den ganzen Abend „City And Colour“ zu hören und Rilke zu lesen, zur Powi-Sommerparty zu gehen. Obwohl 1. der Tag für eine Party eines politikwissenschaftlichen Fachschaftsrat nicht schlechter hätte gewählt werden können. Der moderne Politikwissenschaftler feiert an Tagen des G8-Gipfels sinnentleerte Partys anstatt über Globalisierung und ihre Folgen zu informieren.
Weiterhin sind mir, obwohl ich quasi selbst einer bin, Politikwissenschaftsstudenten suspekt. Nirgends taucht das Schubladendenken mehr auf als in diesem Fach.

Typ 1

Wir haben da zunächst den klassisch konservativ-politisch interessierten Menschen. Meist war er bei der Bundeswehr, ist in eine Party eingetreten (häufig FDP oder CDU) und engagiert für Lokalpolitik und im äußersten für die studentische Mitbestimmung in den Unigremien. Häufig auch gern mit dem Typ des Strebers und ewig nervenden, feuilletonlesenden Besserwisser verknüpft.

Typ 2

Typ 2 ist natürlich dem linken Spektrum zuzuordnen und unterscheidet sich optisch kaum vom „Schwarzen Mopp“ bzw. sandalentragenden Vegetariern. SPD ist zu konservativ, PDS zu alt, dieser Typ sucht Teilnahme bei naja – exotischeren Parteien bzw. der schicken Palette der NGOs. In Seminaren diskutiert er gerne und versucht alles im Zusammenhang mit der großen marxistisch-leninistischen zu sehen, obwohl er diese als absoluter Gegner von Diktatur und Co. eigentlich ablehnen müsste.

Typ 3

Typ 3 ist weiblich. Und studiert Politikwissenschaft nur, weil sie entweder von Politik (bzw. der Vorstellung von Politik, wie sie in den Tagesthemen propagiert wird) keine Ahnung hat und „endlich einmal sich richtig damit beschäftigen will“ oder weil sie in der Sekundarstufe 2 in Gemeinschaftskunde (Sozialkunde etc.) eine 1 hatte. Aber nicht erkannte, dass diese 1 vorwiegend auf ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen basierte als auf ihrem auswendig gelernten Wissen über den Bundestag.

Typ 4

Ist immer in Ablehnung begriffen, negiert Lehrstuhl, Kommilitonen und eigentlich auch sich selbst. Er studiert das Fach nur, um im Hass auf die anderen drei Typen sich selbst zu spüren, besser zu fühlen und eigentlich nur um am Leben zu bleiben.

Jetzt muss man sich diese gesamten Elemente mit den Soziologen vereinigt auf einem festdefinierten Raum vorstellen. Und das beste kommt noch. Auf der Pol-Soz-Fachschaftsratseite steht zu der Party:

„Es wird also hoffentlich eine ausgelassene – eben einer Party würdige – Stimmung herrschen.“

Oh mein Gott, jetzt zieht doch aber bitte mal den Stock aus dem Arsch. Naja, wenigstens ist vielleicht der Baytor da und vielleicht auch der Klingsor.