Wie bereits angekündigt, waren Ani und ich gestern in Berlin beim Alexisonfire-Konzert. Leider waren unsere Helden nur die Vorband für Billy Talent. Nichtdestotrotz luden wir, ganz in der klassischen Fanmanie gefangen, die lange Anfahrt und die doch üppigen Kartenpreise auf uns.

Kurz zusammengefasst: es war toll.

Leider gibt es einige Feststellungen, die in diesem Zusammenhang dem Leser aber eröffnet werden müssen.

  1. Wenn man berlinunkundig ist, helfen ausgedruckte Routen durch einen Routenplaner überhaupt nichts. Sie ersetzen kein Navigationssystem oder ein Gehirn, das mit Hilfe der Augen detaillierte Straßenkarten studiert. Berlin ist einfach zu komplex, um bei einer Durchfahrt gleich den richtigen Weg zu finden.
  2. Durch Ortsunkundigkeit kann es schnell zu Zeitverzögerungen kommen, zumal vor Konzerthallen in Wohngebieten oftmals die entsprechenden Parkplatzmöglichkeiten durchaus eingeschränkt sind.
  3. Toiletten sind nicht das, woran die Architekten von Konzerthallen als aller erstes denken. Sie sollten es aber.
  4. Flyer, die man in die Hand gedrückt bekommt, steckt man entweder ein oder wirft sie vor den Augen des Gebers auf den Boden.
  5. Das Publikum (angeblich ca. 9000 Leute?!) auf einem Billy Talent-Konzert besteht nicht aus den Leuten, die ich erwartet hatte. Klar waren bergeweise Emokids am Start, aber auch eine unglaubliche Anzahl an KINDERN mitsamt ihren Eltern. Vielleicht waren viele dieser Menschen auch BWLer. Stehkragen gabs genug. Welch‘ Klischée
  6. Durch die Probleme, die ich im Punkt 1 und 2 geschildert hatte, verpassten wir die 1. Vorband „Enter Shikari„, waren aber rechtzeitig zur Stelle als Alexisonfire die Bühne betraten.
  7. Es waren zu viele Billy Talent-Fans und zu wenig Alexisonfire-Fans vor Ort. Deshalb wurden die komplexen Strukturen und Arrangements der Songs, die nur zeitweise tanzbar waren, mit Zurückhaltung aufgenommen. Schade.
  8. Alexisonfire waren trotz der Zurückhaltung des Publikums großartig und spielten alle wesentlichen und wichtigen Songs: „44. Caliber Loveletter“, „This Could Be Anywhere In The World“, „We Are The Sound“, „Drunks, Lovers, Sinners And Saints“, „Keep It On Wax“, „Counterparts And Number Them“ usw.
  9. Der Sänger von Alexisonfire, Dallas Green, war eindeutig der beste Sänger des Abends. Zumal der Herr Billy Talent, Benjamin Kowalewicz, eine für Ani wesentlich Stelle von „This Could Be Anywhere In The World“ vergeigte und dem Herrn Dallas dann auch noch das Mikro verstellte. *HONK*
  10. Dieser Herr Kowalewicz kreischt einfach zu viel und kann nicht wirklich singen. Das zwang uns dazu das Konzert nach knapp 10 Songs zu verlassen und uns auf den Heimweg zu machen. Es war einfach nur, trotz brutaler Blitz- und Lichtshow langweilig.
  11. Dadurch sind wir wieder bei den Punkten 1 und 2 angelangt.
  12. Ich bin ein guter Nachtfahrer und werde einfach nicht müde.
  13. Hoffen wir das Alexisonfire irgendwann mal eine Headliner-Tour durch Deutschland machen.
  14. Mehr als 14 Punkte wären maßlos.

Bericht mit Songbeispielen auf last.fm: KLICK