Ich weiß nicht, wer das gesagt hat. Es ist vermutlich eine alte Fussballweisheit bzw. ein grandioser Spruch, den ein Kommentator während der Halbzeitpause sagen würde: „Die Mannschaft muss über den Kampf zurück ins Spiel finden. Sonst wird das noch ein böses Ende nehmen.“ Klingt irgendwie nach Günter Netzer. Eine Google-Suche, die ja neuerdings im Web 2.0 die Rechercherichtline überhaupt ist, ergab dabei nicht viel. Aber doch: Eine Fanseite des FC Carl-Zeiss-Jena e.V. hat im Spielbericht des Spieles gegen den SC Freiburg die folgende Phrase veröffentlicht:

Allmählich fand der FFC über den Kampf etwas besser ins Spiel und erhöhte den Druck.

Nun ja. Soviel dazu. Statistisch gesehen ist der Kampf im Fußball kein Mittel, um eine Spiel zu entscheiden. Der Kampf – die Blutgrätsche und Konsorten – dient nur dazu den Spielaufbau des Gegners zu boykottieren und aus dem Ballgewinn einen zum Tor führenden Konter herauszuspielen. Trotzdem werden auf diese Weise viel zu wenige spielentscheidende Tor erzielt. Ein gesunder Spielaufbau über Abwehr, Mittelfeld bis hin in den Sturm ist da wesentlich effektiver. Aber das durch Kampf ein Spiel gewonnen wurde, sagte die obere Aussage ja gar nicht aus.
Aber wo war ich? Ach ja. Ich finde den Spruch auf das Leben im Allgemeinen angewendet wesentlich praktikabler. Es ist an jeden Morgen so, dass ich mich mit Kampf zurück ins Spiel kämpfen muss. Obwohl ich gestern gen 2 Uhr im Bett angekommen war, mich der Wecker um 8.15 Uhr weckte, schaffte ich es nicht mich aus dem Bett zu kämpfen und die morgendlichen Dinge zu tun. Vielleicht lag es auch an dem Geruchsgemisch aus Erbrochenem und Alkohol, das Ani gestern von ihrer Party mit nach Hause gebracht hatte. Aber wohl eher nicht.

Das Leben und sein darübergeklebter Tag hatten mich zu einen Kampf herausgefordert, der noch recht sanft mit schweren Gliedern begann, aber dann von einen Tuch der Müdigkeit umhüllt wurde. Letztendlich bleibt festzuhalten, dass ich ca. 90 Minuten in schwerem Gefecht lag, dann aber nur einen Scheinsieg davon trug. Ein ehrenhafter Sieg wäre es gewesen, wirklich um 8.15 Uhr aufzustehen. Bin nur froh, dass ich keinen Totalausfall hatte, nicht vollständig kapitulieren musste und dieser Eintrag vielleicht nicht erschienen wäre.

Morgen gibt es den Rückkampf. Wie jeden Tag.