Das Telefonieren hat sich schon längst geändert. Früher Ganz früher wurden Telefonate noch von einer Telefonistin erstellt. Man kennt das ja aus diversen Filmen, in denen immer viele Frauen in einem riesigen rumorenden Raum vor großen braunen „Schaltsschränken“ mit Löchern und Steckern zusammensaßen, ein Kopfhörer auf den Ohren und ein ständiges „Warten Sie… ich verbinde“ im Mund. Letztens warte ich am Bahnhof auf den Zug. Da rief mich eine ältere Dame an und wollte einen Herrn Lehmstedt sprechen. Ich sagte ihr natürlich, dass ich dieser Herr nicht sei und sie antwortete darauf: „Oh, dann bin ich wohl falsch verbunden.“ Wir werden doch gar nicht mehr verbunden. Die klassische Handvermittlung ist doch schon seit langem ausgestorben. Die Damen sitzen doch gar nicht mehr in den rumorenden Räumen und verbinden unsere Telefongespräche.

Denn irgendwann erfand mal einer Verfahren, was solche Damen überflüssig macht. Ich glaube es heißt „Impulswahl“. Das Schöne an dieser Technik war, dass man ohne mit einer jungen Dame zu sprechen, direkt die Nummer des gewünschten Gesprächspartners wählen konnte und ihn somit sofort erreicht. Entscheidend war dafür das „Wählrad“. Ein Wort/Archaismus das/der heute praktisch ausgestorben ist.

Ich kann mich noch erinnern an 1987 als ich zum erstem Mal das große grüne Telefon im Garten meiner Großeltern wahrnahm. Ich liebte die Geräusche, wenn man den Telefonhörer von der Gabel nahm, wenn man die Drehscheibe bewegte und der elektronische Impuls freigesetzt wurde. Dies zitternd-schmätzende Geräusch, wenn die Wählscheibe zurückfährt. Das Knacksen in der Leitung.

Und heute? Heute herrscht Stille in der Leitung. Elektronisch Tasten signalisieren über Töne, die aus einem Lautsprecher kommen, dass sie gedrückt wurden. Ohne eine Knacksen wird die Verbindung erstellt, das Gespräch ist rauscharm. Welch‘ Komfort.

Doch auch das diese Mehrfrequenzverfahren der Tasttelefone, die die Wählscheiben ablösten, sterben aus. Bald exisitert nur noch VoIP. Ohne Wählscheibe und ohne Knacksen.